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Chatterjee (2011a) gibt in einem Review einen kritischen Überblick über die Art der neuroästhetischen Aktivitäten und legt eine Agenda für weitere Untersuchungen fest, um die Art und Weise, wie Fragen gestellt werden, zu verändern und kontinuierliche Versuche, Forschungsmethodik und -instrumente zu verfeinern. Ähnlich wie Kandel und Mack (2003) schlägt Chatterjee eine Differenzierung zwischen zwei Zweigen vor, wie die Neurowissenschaft an die Künste herangeht, d.h. Parallelität und experimentelle Neuroästhetik. Während Kandel und Mack die Bereiche in Bezug auf die gestellten Fragen unterscheiden, befasst sich Chatterjees Unterscheidung hauptsächlich mit der Methodik, die in jedem Forschungsbereich verwendet wird. Parallelität ist der Bereich der Forschung, der Künstlerschöpfungen mit Funktionen des Gehirns paralleliert; (Chatterjee, 2011b bezieht sich auf diese Forschung, dass es “Kunst und Ästhetik mit Neurowissenschaften drapiert”). Es gibt mehrere Gelehrte, die den parallelistischen Ansatz der Neurowissenschaft und Kunst fördern, wie Livingstone (1988), der sich mit den visuellen und wahrnehmungsbezogenen Prozessen beschäftigt, die an Kunsterfahrungen beteiligt sind, oder Ramachandran und Hirstein (1999), die eine “neurologische Theorie ästhetischer Erfahrung” einführten. Darüber hinaus ist Zeki (1999) der Forscher, der am häufigsten mit dem parallelistischen Ansatz in Verbindung gebracht wird; er ist daran interessiert, die neuronale Grundlage der Kunst zu studieren, und er glaubt, dass Kunst eine “Erweiterung des Gehirns” ist, da sie die gleichen Funktionen und Prinzipien des Gehirns verwendet, wenn Kunst geschaffen wird und wenn sie wahrgenommen wird. Wissensbildung ist das, was Zeki als den Kern sowohl der Funktionsweise des Gehirns als auch der Kunst annimmt. Zeki betrachtet den Künstler als einen “naiven” Neurowissenschaftler, der seine Erkenntnisse über visuelle Prozesse und Eigenschaften erforscht und nutzt, um ein Kunstwerk zu schaffen, anstatt es in einem Labor zu studieren; sein Vorgehen wurde jedoch auch kritisiert (z.B. Chatterjee, 2011a). Wenn in diesen verschiedenen Kulturen, in den alten asiatischen und alten westlichen Kulturen (die sich vermutlich nicht gegenseitig beeinflussten) die Komplementarität als Gedankenmuster gut etabliert war, kann man daraus schließen, dass sie eine grundlegende menschliche Eigenschaft widerspiegelt, mit der physischen und sozialen Welt erfolgreich umzugehen. Es wird daher nicht überraschen, dass auch in der arabischen und islamischen Kultur das Komplementaritätsprinzip eine wichtige Rolle gespielt hat. Einer der führenden Philosophen in dieser Kultur war Al-Farabi (der 950 verstarb und nach Aristoteles als “zweiter Philosoph” charakterisiert wurde).

Al-Farabi (2005) analysierte beispielsweise detailliert die Beziehung zwischen Denkelementen und ihren verbalen Ausdrücken, um in einer Rede entweder Schönheit oder Hässlichkeit zu schaffen (S.51). Al-Farabi war wohl auch der erste in der Menschheitsgeschichte, der in seinem Buch “De Scientiis” eine Taxonomie von Funktionen geschaffen hat, die bedauerlicherweise immer noch nicht existiert (Pöppel und Ruhnau, 2011). Mizokami et al. (2014) untersuchten, ob es unterschiedliche neuronale Untergründe der Betrachtung von Gemälden gibt, unabhängig von ihrem Motiv oder einer Beurteilung der Schönheit. Die Autoren führten eine fMRI-Studie durch und präsentierten die Bilder ihrer Teilnehmer von 15 berühmten Gemälden und Fotografien dieser 15 Gemälde. Die Ergebnisse der Studie zeigten eine erhöhte Aktivierung bei bilateralen Cuneus und linkem lingualen Gyrus. Die Autoren betonen, dass dieser Befund unterschiedliche neuronale Mechanismen für die ästhetische Wertschätzung von gegenständlichen Gemälden impliziert. Eine Frage, die eng mit dem Problem “Kunst oder Nicht-Kunst” verbunden ist, richtet sich an die Authentizität des Kunstwerks. Die Erfahrung des Betrachters und die jeweilige neuronale Reaktion scheinen direkt von der erklärten Authentizität eines Kunstwerks beeinflusst zu werden, sei es ein “echtes” Werk oder eine Fälschung oder Nachahmung. Huang et al. (2011) und Parker (2014) führten eine fMRI-Studie durch, die die Aktivierungsmuster von Kunstexperten als Reaktion auf mehrere Rembrandt-Gemälde, die entweder als authentisch oder als Kopie bezeichnet wurden, maß.